Das Fotoarchiv Mittelmann erzählt die Geschichte einer jüdischen Fotografenfamilie in Leipzig: Immigration aus dem Russischen Reich, beruflicher Erfolg — und am Ende Flucht, Deportation oder Überleben im besetzten Frankreich. Abram und Rejsa Mittelmann, ihre in Leipzig geborenen Kinder sowie Verwandte in Reichenbach/Vogtland stehen exemplarisch für eine ganze Generation.
Ein deutschlandweit einzigartiger Schatz der Fotogeschichte: Die meisten Fotos sind Porträts von Frauen, Männern und Kindern, der Familie selbst oder sogar von SA-Männern. Leben und Schicksale, Leistungen oder Verstrickungen können jetzt erstmals erhellt werden.
Eugen Mittelmann spezialisierte sich ab 1925 auf Porträts von Schauspielerinnen und Sängern an Leipziger Bühnen und schrieb Fachtexte. Inspiriert von der Foto-Moderne, Bauhaus und Werkbund, schuf er Foto-Experimente, Collagen und Werbung. Seine Fotokunst steht neben Alltagsbildern von Großstadt-Menschen als Zeugnis der Zeit um 1930.
Die Ausstellung und digitale Formate zeigen eine typische jüdische Familie in Deutschland. Wie viele aus ihrer jüdischen Kundschaft, bauten sich die aus dem russischen Zarenreich emigrierten Mittelmanns in Leipzig ein neues Leben auf. Sie wurden im Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und ermordet oder konnten überleben. Namen und Leben sowie Netzwerke in der jüdischen Gemeinde werden jetzt sichtbar gemacht.
Wir laden Sie ein, vor Ort mitzumachen! In der Ausstellung, an den Medienstationen und dem Schreibtisch können Sie selbst recherchieren. Jede neue Information erweitert das Wissen – und bringt die Geschichten hinter den Gesichtern zurück ans Licht.
