Häufig gefragt — kurz erklärt
Wer sind die Mittelmanns?
Die jüdische Familie Mittelmann lebte von 1904 bis 1938 in Leipzig. Die Familie betrieb im Haus Peterssteinweg 15 ein Fotoatelier. In dem Haus lebten und arbeiteten der Fotograf Abram Mittelmann, seine Frau, die drei Kinder und auch Verwandte. Sie wurden im Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und ermordet oder konnten überleben.
Was ist das Fotoarchiv?
Auf dem Dachboden des ehemaligen Fotoateliers der Familie Mittelmann im Haus Peterssteinweg 15 Leipzig wurden 1988 mehr als 2.000 Glasplatten-Fotonegative gefunden. Sie sind zwischen 1909 und 1938 entstanden. Dieses Fotoarchiv wurde 2022 Nadia Vergne, Enkelin von Abram Mittelmann, aus Privatbesitz übergeben.
Wer ist auf den Fotos abgebildet?
Die Fotografien zeigen Menschen, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts im Atelier fotografieren ließen. Die meisten Aufnahmen sind Porträts von Frauen, Männern und Kindern, der Familie selbst oder sogar von SA-Männern. Viele der Personen auf den Fotos sind bis heute unbekannt. Im Online-Fotoarchiv kann nach den bekannten und unbekannten Gesichtern gesucht werden. Hinweise zu den Abgebildeten helfen dabei, mehr über ihre Biografie zu erfahren und die Forschung zu unterstützen.
Was ist das Projekt?
Das Projekt »Fotoarchiv Mittelmann« vom Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig verbindet Forschung und Vermittlung. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte der Familie Mittelmann, des Fotoarchivs und der porträtierten Menschen. Diese Biografien werden in einer Ausstellung gezeigt, bei Veranstaltungen vermittelt und im Online-Fotoarchiv öffentlich zugänglich gemacht.
Wo ist das Fotoarchiv zu sehen?
In der Ausstellung »Momentaufnahme. Das Fotoarchiv Mittelmann« werden die Ergebnisse der Forschung und eine Auswahl der Fotografien erstmals vom 03. Juni 2026 bis 04. April 2027 im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig vorgestellt. Die Ausstellung ist zweisprachig (deutsch und englisch) und kann als Wanderausstellung auch in anderen Einrichtungen und Städten präsentiert werden. Alle Fotografien sind zusätzlich im Online-Fotoarchiv abrufbar und können recherchiert werden.