Das Fotoatelier der Familie Mittelmann in Leipzig wurde von unterschiedlichsten Menschen zu verschiedenen Anlässen aufgesucht. Ob jung oder alt, jüdisch oder nicht, selbstbewusst oder förmlich: Die Fotos geben einen eindrucksvollen Einblick in die Gesellschaft einer deutschen Stadt. Die meisten noch erhaltenen Aufnahmen stammen aus den Jahren von 1925 bis 1938 – einer Zeit, in der jüdisches Leben in Leipzig erst eine Blüte erlebte und ab 1933 zunehmend bedroht, verfolgt und zerstört wurde. Sie zeigen Menschen im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus. Ihre Bilder sind ein Spiegel der Vergangenheit Deutschlands.
Zudem ließen sich vermutlich ab 1933 etwa 100 Leipziger Männer in diesem Geschäft stolz als NSDAP-Mitglieder oder Sympathisanten ablichten, auch das soll in kritischer Form bewusstgemacht werden. Die Familie Mittelmann musste den Fotobestand bei der Flucht 1938/39 zurücklassen. Daher sind nur wenige Fotos bis heute identifiziert.
Im Online-Fotoarchiv Mittelmann sind die erhaltenen Glasplatten und Filmnegative digital recherchierbar. Etwa 80 Prozent davon sind Porträtaufnahmen, oft nur mit Nachnamen beschriftet und undatiert, viele auch ohne jegliche Angabe. Die Datenbank enthält mehr als 2.200 Aufnahmen, dazu kommen die beschrifteten Fotohüllen. Hinter jedem Bild steckt eine Geschichte — helfen Sie mit, sie zurückzubringen.
Helfen Sie mit, den Menschen auf den Fotografien ihre Geschichte zurückzugeben!












