Mit etwa 19 Jahren kam er 1896 durch ein Studium der Zahnmedizin nach Leipzig. Seit 1901 arbeitete Freudenthal als Zahnarzt in der Nähe des Hauptbahnhofs und erlangte 20 Jahre später seinen Doktortitel. Nach dem 1. Weltkrieg folgte sein Bruder Benno ihm nach Leipzig. Sie lebten gemeinsam in der Tauchaer Str. 2 (heute Rosa-Luxemburg-Straße).
Nach den Novemberpogromen 1938 verlor Dr. Freudenthal seine Zulassung. Fortan durfte er nur noch jüdische Patient:innen versorgen. Nach dem Attentatsversuch auf Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller am 8. November 1939 durch Georg Elser kam es im gesamten Deutsche Reich zu einer „Sonderaktion“. Paul Freudenthal wurde im Zuge dessen verhaftet und in das Leipziger Polizeigefängnis verschleppt. Nach der Radikalisierung der Verfolgung und Diskriminierung von Jüdinnen:Juden mussten die Brüder 1941 zwangsweise in eines der „Judenhäuser“ in die Jacobstraße 11 umziehen. Gleichzeitig beschlagnahmte der NS-Staat ihre Vermögen.
