Esther Kowalewsky

Auf dem Bild ist Esther Kowalewsky zu sehen. Woher wissen wir das? Ihre Identifikation und ihr Lebensweg gingen aus der Arbeit der AG Stolpersteine und den Recherchen von Michael W. Schönemann hervor.

Ihr Ehemann Abraham (geb. 1888) kam 1918 aus der Ukraine nach Leipzig, um an der Universität zu studieren. Im Jahr darauf kehrte er in die Ukraine zurück und heiratete seine Verlobte Esther Wischnewsky (geb. 1891).

Esther Kowalewsky (Jg. 1891)

Lfd Nr.: AM00001287

Die Kowalewskys zogen 1920 nach Leipzig. Nach seinem Studium eröffnete Abraham ein Geschäft für Strumpfwaren im Stadtzentrum. Ihre Tochter Sophie wurde 1926 geboren. In der Zwischenzeit war ihnen die ukrainische Staatsbürgerschaft per Dekret der neu gegründeten Sowjetunion entzogen worden, da sie ausgewandert waren. Mit der Verkündung der rassistischen „Nürnberger Gesetze“ 1935 erreichte die Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung eine neue Eskalationsstufe. Der nationalsozialistische Staat erzwang durch massive Erniedrigungen ihre Vertreibung. Viele Menschen bemühten sich mit Hilfe von Verwandten im Ausland um eine Flucht. Dazu benötigten sie Reisedokumente und aktuelle Passbilder. Auch die Familie Kowalewsky aus der König-Johann-Straße 12 (heute: Tschaikowskistraße) wusste, dass sie nicht länger in Deutschland geduldet wurden.

Während der Novemberpogrome 1938 versteckte ein Freund die Familie. Abraham konnte sich so einer Verhaftung und Inhaftierung im Konzentrationslager Buchenwald entziehen. Am 20. November 1938 floh die dreiköpfige Familie Kowalewsky in die Niederlande nach Rotterdam. Von dort emigrierte sie in die USA.

In unserer Ausstellung können sie ein Interview ihrer Tochter Sophie dazu sehen.