Ezriel Carlebach

Ezriel Carlebach war der Sohn von Gertrud und Ephraim Carlebach. Er wurde 1908 in Leipzig geboren und hatte fünf Geschwister. Seine bekannte Familie und seine eigene Karriere sorgten dafür, dass sein Lebensweg gut dokumentiert ist und in mehreren Archiven Informationen zu ihm bewahrt sind.

Ezriel Carlebach (Jg. 1908)

Lfd Nr.: AM00000885

Ezriel Carlebach (Jg. 1908)

Als junger Mann durchlief Ezriel Carlebach erst eine Ausbildung als Rabbiner und promovierte anschließend in Rechtswissenschaften. Seine Leidenschaft galt fortan jedoch dem Journalismus und der Literatur. Für seinen Roman „Mit 21 …“ wurde er 1931 von den ‚Deutschen Buchwerkstätten‘ in Leipzig ausgezeichnet. Als kritischen Journalisten und Juden verfolgten die Nationalsozialisten ihn bereits früh. Carlebach lebte mittlerweile in Berlin und berichtete journalistisch über den wachsenden Einfluss der NSDAP in der deutschen Gesellschaft. 1933 wurden seine Schriften – gemeinsam mit weiteren kritischen oder politisch unangepassten Werken anderer Autor:innen – auf dem Opernplatz in Berlin verbrannt. Dieser nationalsozialistische Eingriff in die Pressefreiheit ist als Bücherverbrennung bekannt.

In dem Wissen, dass ihm nun lange Haft- oder härtere Strafen drohten, floh Carlebach aus Berlin. Im polnischen und ab 1935 britischen Exil arbeitete er weiterhin als Journalist. 1937 wanderte Carlebach in das Britische Mandatsgebiet Palästina aus. Als Mitbegründer und Chefredakteur der Zeitung Ma’ariv zählte er zu den bedeutendsten Journalisten Israels. Unter anderem pflegte er Kontakt zu Albert Einstein: sie tauschten sich 1952 über die politische Entwicklung Israels aus. Dr. Ezriel Carlebach starb 1956 an Herzversagen in Tel Aviv, Israel.