Hirsch Bieler-Suwalski

Hirsch Bieler-Suwalski wurde am 01.05.1902 in Grajewo, Polen geboren. Als er 1919 mit 17 Jahren nach Leipzig kam, halfen ihm sein älterer Cousin David Suwalski und dessen Frau Alte Suwalski bei der Ankunft. Sie besorgten ein Visum und verhalfen ihm zum Abitur. Bieler Suwalskis Lebensweg wurde bereits in dem US-amerikanischen Gedenkprojekt „Two Pianos: Playing for Life“ aufgearbeitet, da seine Ehefrau Pianistin war.

Im Jahr 1921 wurde er von dem kinderlosen christlichen Ehepaar Paul und Marie Bieler adoptiert und liebevoll versorgt. Er nahm ihren Nachnamen an und trug fortan einen Doppelnamen. Zur Zeit der Wirtschaftskrise und Inflation reichte Paul Bielers Wochenlohn nicht mehr aus um die Familien zu versorgen. Der junge Bieler-Suwalski arbeitete bereits im Pelzhandel. Sein Lohn wurde ihm in Dollar bezahlt, wodurch er nun den Eheleuten helfen und etwas zurückgeben konnte. Er lebte von 1921 bis 1927 bei den Bielers in Schkeuditz.

Im Jahr 1927 lernte Bieler-Suwalski die Pianistin Anna Burstein kennen. Beide heirateten 1931 und zogen ins Leipziger Waldstraßenviertel in die König Johann-Straße 13 (heute: Tschaikowskistraße).

Hirsch Bieler-Suwalski (Jg. 1902)

Lfd Nr.: AM00001725

Mittlerweile arbeitete er in der aufstrebenden Mineralölindustrie. Als Exekutiver Direktor der „Deutschen Vertriebsgesellschaft für russische Öl-Produkte“ (Derop AG) war er für die strategische Ausrichtung des Unternehmens und damit für die Belieferung von Tankstellen verantwortlich. Als Jude wurde Hirsch Bieler-Suwalski bereits im April 1933 aus dem Unternehmen entlassen. Zur selben Zeit war seine Frau Anna schwanger und die gemeinsame Tochter Tania kam am 29.12.1933 zur Welt.

Doch Deutschland bot für die junge Familie keine Perspektive mehr. Im Oktober 1936 emigrierte sie nach Palästina und weiter in die USA. Hirsch-Suwalski starb 1985 in Philadelphia, USA.