Martha Gertrud Eifrig

Martha Gertrud Eifrig wurde am 19.03.1908 in Leipzig geboren. Woher wissen wir das?

Eine aufmerksame Kollegin des Stadtarchivs Leipzig fand in der Personalakte Martha Eifrigs 2026 ein Passbild mit dem darunter gedruckten Fotografennamen „Atelier Mittelmann“. Die junge Frau hatte sich dort ablichten lassen. Anhand dieses Passbildes konnte im Stadtgeschichtlichen Museum das zugrunde liegende Fotonegativ, die Glasplatte, ausfindig gemacht werden.

Über ihre Kindheit und Jugend ist bisher nichts bekannt. Nur anhand ihres Berufs lassen sich kleine Einblicke in ihr Leben gewinnen. Frau Eifrig war von 1922 bis 1935 an verschiedenen Stellen in der Leipziger Stadtverwaltung tätig. Nach ihrer Heirat mit Alfred Pfau im Juli 1935 schied sie aus dem städtischen Dienst aus.

Martha Gertrud Eifrig (Jg. 1908)

Lfd Nr.: AM00001675

Die Personalakte im Stadtarchiv enthält übliche Dokumente wie Personalbögen, Bewerbungsschreiben, Zeugnisse und Arbeitsverträge. Sie beschreiben das berufliche Leben von Frau Eifrig in der Stadtverwaltung.

Darüber hinaus lässt sich ein weniger regulärer Vorgang anhand der Personalakte nachvollziehen: Ein Kanzleisekretär beschuldigte Frau Eifrig im März 1933, sich negativ über ihn und die Nationalsozialisten geäußert zu haben. Das Personalamt beabsichtigte daraufhin, Eifrig zu kündigen. Der Vorgang ging zwar durch verschiedene Instanzen, sie blieb aber bei der Stadt angestellt. Bis dato liegt keine Forschung zur Häufigkeit ähnlicher Fälle von Kritik am Nationalsozialismus in der Stadtverwaltung vor. Martha Eifrigs Fall gibt uns nur einen beispielhaften Einblick in Spielräume und Konsequenzen solcher Handlungen in der Anfangszeit des Nationalsozialismus.

Frau Eifrig verstarb am 10.08.2007 in Bad Schmiedeberg.