Mein Freund Siegfried Mittelmann

Eine Freundschaft verband Siegfried Mittelmann (Jg. 1917) und Siegfried Podolanski (Jg. 1918). Beide lernten sich in der Carlebach-Schule kennen. Nach 1931 kam die Familie Podolanski mit fünf Kindern aus Sangerhausen nach Leipzig. Im Fotoarchiv Mittelmann befinden sich zehn Fotos, die im privaten Umfeld entstanden. Sie zeugen davon, dass sich beide Familien gut kannten. Die Geschwister Ella (Jg. 1911) und Arnold (Jg. 1912) wurden durch Mittelmann porträtiert. Auch der älteste Bruder Julius (Jg. 1905) ließ sich bei einem Stadtbummel fotografieren. Beide Familien vereint ein ausgelassener Schnappschuss.

Siegfried Podolanski

Lfd Nr.: AM00003015

Porträt von Siegfried Podolanski

Familie Mittelmann und Podolanski

Lfd Nr.: AM00013013

Das Bild zeigt einen Schnappschuss auf dem die Familie Mittelmann, sowie die Familie Podolanski zu sehen ist

Julius und Ella Podolanski

Lfd Nr.: AM00003012

Die Geschwister Ella (Jg. 1911) und der älteste Bruder Julius (Jg. 1905) ließen sich bei einem Stadtbummel fotografieren.

Porträt von Julius Podolanski, links im Bild und Ella Podolanski, rechts neben ihm

Julius gehörte als Physiker zum Forscherteam um Werner Heisenberg an der Universität Leipzig. Diese akademische Laufbahn endete nach 1933. Er bekam eine Stelle an der Uni Leiden in den Niederlanden. Mit den einsetzenden Deportationen der jüdischen Bevölkerung lebte Julius seit 1942 im Untergrund. Er konnte befreit werden und ging nach England. 

Die älteste Schwester Marie (Jg. 1908) war Lehrerin und arbeitete bis zu ihrer Flucht nach England 1939 an der Carlebach-Schule. Dies gelang auch Ella und Arnold. Siegfried konnte 1937 mit Hilfe einer jüdischen Jugendorganisation nach Palästina gebracht werden. Damit zerriss die Verbindung zu seinem Freund Sigi. 

Nachdem Vater Hermann im Eitingon-Krankenhaus bereits 1937 verstarb, blieb Spintza allein zurück. Den Kindern gelang es nicht, ihre Mutter aus Deutschland zu holen. Am 10. Mai 1942 wurde sie in das Ghetto Bełźyce deportiert.