Wanda Einschlag

Wanda Einschlag wurde am 03.04.1883 in Leipzig als Kind von Dorothea Armhaus und Josef Einschlag geboren. Durch ihren Beruf war Frau Einschlag als Musikhistoriker:innen bekannt. Ihr Lebensweg konnte anhand von Material in diversen Online-Archiven nachvollzogen werden.

Sie war Musiklehrerin und Sängerin und wohnte Anfang 1933 in der Promenadenstraße 33 (heute: Käthe-Kollwitz-Straße). Diese Adresse findet sich auf ihrer Mitgliederkartei der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Hier steht auch die Berufsbezeichnung „Tonkünstlerin“.

Wanda Einschlag (Jg. 1883)

Lfd Nr.: AM00000313

Wanda Einschlag hatte durch ihre Eltern auch die polnische Staatsbürgerschaft und wurde daher am 28. Oktober 1938 zwangsweise nach Polen abgeschoben bzw. deportiert. Zu diesem Zeitpunkt fand im Deutschen Reich die sogenannte „Polenaktion“ statt, die ersten gewalttätigen Deportationen von polnischen Jüdinnen und Juden. Besonders in Leipzig lebten viele Menschen aus der jüdischen Community, die ihre Wurzeln in Osteuropa hatten.

Später musste Wanda Einschlag im Warschauer Ghetto unter katastrophalen Lebensbedingungen leben. Es war das größte nationalsozialistische Ghetto für Jüdinnen und Juden. Ab Mitte 1942 begannen von hier die Deportationen in das Vernichtungslager Treblinka, wo alleine 1942/43 etwa 800.000 Menschen vergast wurden. Diese massenhaften Tötungen waren Teil der sogenannten „Aktion Rheinhardt“ – der systematischen Ermordung von etwa 1,8 Millionen vor allem polnischen Jüdinnen und Juden.